Die Angst vor Robotern ist dort am größten, wo Roboter am wenigsten sichtbar sind, wie eine neue globale Studie von Hexagon zeigt

10.03.2026
  • Gobale Unterschiede beim Vertrauen: Erwachsene in Großbritannien sind am besorgtesten (52 %), während Südkorea am wenigsten besorgt ist (29 %). Märkte mit hoher Exposition wie China (75 % der Erwachsenen haben Roboter gesehen/verwendet) sind auch am meisten vom Potenzial von Robotern begeistert (81 %).
  • Die größte Sorge gilt der Sicherheit, nicht den Arbeitsplätzen: Hacking ist die größte Sorge von Erwachsenen (51 %), weit vor der Angst, am Arbeitsplatz ersetzt zu werden (41 %), und Vertrauen (24 %).
  • Eine weltweite Studie von Hexagon hat ergeben, dass „Roboterangst" kontextabhängig ist: sie ist dort am größten, wo Roboter am wenigsten sichtbar sind, und sinkt, wenn Menschen sehen können, dass Roboter sicher neben Menschen arbeiten.

LONDON, 10. März 2026 /PRNewswire/ -- Eine neue globale Studie von Hexagon, dem weltweit führenden Anbieter von Messtechnologien, zeigt große Unterschiede in der Einstellung der Menschen weltweit gegenüber der Robotik. Die Studie Robot Generation, die neun wichtige Märkte und 18.000 Teilnehmer umfasst, kommt zu dem Ergebnis, dass die Ängste vor Robotern dort am größten sind, wo sie im Alltag am wenigsten sichtbar sind.

Unter den neun wichtigsten Märkten rangiert Großbritannien mit 52 % der Erwachsenen, die sich Sorgen machen, dass etwas schiefgehen könnte, wenn sie an die Interaktion mit oder die Zusammenarbeit mit Robotern denken, an erster Stelle. Im Gegensatz dazu geben südkoreanische Erwachsene mit nur 29 % die geringsten Ängste an.

Rangliste der Roboterangst

Prozentualer Anteil der Erwachsenen, die sagen: „Ich mache mir Sorgen (dass etwas schiefgehen könnte)", wenn sie an Roboter denken

  1. GB - 52%
  2. USA - 45% 
  3. Brasilien - 45% 
  4. Deutschland - 44% 
  5. China - 44% 
  6. Indien - 42%
  7. Schweiz - 39%
  8. Japan - 35%
  9. Südkorea - 29%

Die Studie legt nahe, dass das Ausmaß der Angst eng mit der Begegnung mit Robotern im Alltag zusammenhängt. So haben britische Erwachsene am seltensten Roboter im realen Leben gesehen oder benutzt (30 %) und sind am besorgtesten (52 %). Interessanterweise gaben 61 % der Erwachsenen in Großbritannien auf die Frage nach KI an, diese in den letzten drei Monaten genutzt zu haben, und 56 % sagten, dass sie KI-Chatbots als Roboter betrachten. Dies deutet darauf hin, dass die Angst vor KI zunimmt, wenn Menschen an physische KI denken, und nicht an softwarebasierte Technologien, die bereits fest in den Alltag integriert sind.

Chinesische Erwachsene haben hingegen am ehesten schon einmal Roboter gesehen oder benutzt (75 %) und sind auch am meisten von ihrem Zukunftspotenzial begeistert (81 %). In China haben 90 % der Erwachsenen in den letzten drei Monaten KI genutzt, und 76 % der Erwachsenen betrachten KI-Chatbots als „Roboter".

Die Angst vor Robotern ist kontextabhängig

Die Ergebnisse deuten stark darauf hin, dass die Menschen nicht generell „roboterfeindlich" sind. Stattdessen hängt die Einstellung stark vom Ort und der Aufgabe ab. Die Akzeptanz steigt deutlich, wenn Roboter als Lösung für klare, praktische Probleme angesehen werden.

Aus diesem Grund fühlen sich Erwachsene am wohlsten mit Robotern in Fabriken und Lagerhäusern (63 %, verglichen mit 46 %, die sich mit Robotern zu Hause wohlfühlen, oder 39 % in Klassenzimmern), wo die Aufgaben klar definiert und die Sicherheitsstandards gut verstanden werden. Die größte Unterstützung finden Roboter, die gefährliche oder körperlich anstrengende Arbeiten übernehmen. Die Hälfte der Befragten nennt verbesserte Sicherheit (50 %) und Produktivität (51 %) als die wichtigsten Vorteile von Robotern in diesen Kontexten.

Interessanterweise deutet dies darauf hin, dass die weit verbreitete Annahme, dass die Menschen am meisten über den Verlust von Arbeitsplätzen oder „ausufernde" Maschinen besorgt sind, nicht das Hauptanliegen der Öffentlichkeit ist. Stattdessen ist die größte Quelle der Angst die Sicherheit.

Auf die Frage, was sie am meisten an der zunehmenden Verwendung von Robotern am Arbeitsplatz beunruhigt, nannte eine Mehrheit der Erwachsenen (51 %) das Risiko, dass Roboter gehackt oder missbraucht werden und dadurch Daten und Systeme gefährdet werden. Dies übertrifft die Bedenken hinsichtlich physischer Fehlfunktionen oder Schäden (41 %) und der Ersetzung von Arbeitsplätzen (41 %).

Der Schlüssel zum Abbau der Angst vor Robotern

Laut Hexagon weisen die Ergebnisse einen klaren Weg zum Aufbau von Vertrauen in der Öffentlichkeit: Sichtbarkeit, Zweckmäßigkeit und Kontrolle.

„Die Menschen führen keine abstrakte Debatte über ‚Robotik'", sagte Burkhard Boeckem, CTO bei Hexagon. „Sie fällen praktische Urteile darüber, wo Roboter in all ihren Formfaktoren hingehören, was sie tun sollten und wie sicher sie gesteuert werden. Die Angst wächst, wenn Roboter unsichtbar sind, kaum verstanden werden oder sich der menschlichen Kontrolle entziehen."

Die Studie legt nahe, dass die Angst vor Robotern abnimmt, wenn Menschen sehen, dass Roboter sicher neben Menschen arbeiten, klar definierte Aufgaben ausführen und strenge Sicherheitsvorkehrungen in Bezug auf Daten und Entscheidungsfindung getroffen werden.

„Vertrauen entsteht durch Erfahrung und klare Grenzen", fügte Boeckem hinzu. Wenn Menschen verstehen, wozu Roboter da sind und wozu nicht, entsteht Vertrauen."

Vertrauen

„Es geht nicht nur um die Frage ‚Vertrauen Sie KI?', sondern darum, welches Werkzeug für welchen Zweck eingesetzt wird. Ein Roboter, der Kindern beim Lernen hilft, unterscheidet sich stark von einem KI-System, das in der Verteidigung eingesetzt wird, auch wenn wir oft so tun, als seien beide dasselbe." Sagte Dr. Jim Everett, außerordentlicher Professor für Moralpsychologie. „Was man fördern möchte, ist angemessenes Vertrauen oder angemessene Zuversicht, wobei die Menschen klar verstehen, wann ein System nützlich ist und wann sie vorsichtig sein sollten."

„Wenn Menschen tatsächlich einem Roboter begegnen, insbesondere einem kleinen, freundlichen, verschwindet die Angst oft. Man kann sie fast denken hören: ‚Oh, der wird nicht die Welt übernehmen.' Die Begegnung verändert die Diskussion sehr schnell." Sagte Michael Szollosy, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Robotik. „Wenn Wissenschaftler und Ingenieure möchten, dass die Menschen sie auf dieser Reise begleiten, haben sie die Verantwortung zu erklären, warum diese Technologien existieren und wozu sie eigentlich dienen. Wenn man die Menschen nicht mitnimmt, bleibt die Gegendarstellung bestehen, und wenn das einmal passiert ist, ist es sehr schwer, das wieder rückgängig zu machen."

Methodologie:

Die Hexagon-Studie Robot Generation befragte 9000 Erwachsene und 9000 Kinder im Alter von 8 bis 18 Jahren in den USA, Großbritannien, Deutschland, der Schweiz, Japan, Südkorea, China, Brasilien und Indien. Die Umfrage wurde von Vitreous World im Auftrag von Hexagon zwischen Oktober und November 2025 durchgeführt.

‚Roboter' bedeutet in diesem Zusammenhang eine Maschine, die Aufgaben entweder völlig selbstständig oder unter menschlicher Anleitung ausführen kann. Diese Aufgaben können vorprogrammiert sein oder der Roboter kann selbstständig handeln. Roboter gibt es in vielen Formen – zum Beispiel Maschinen, die Produkte herstellen, Waren ausliefern oder im Haushalt helfen. Sie sehen nicht immer wie Menschen aus.

Informationen zu Hexagon:

Hexagon ist der weltweit führende Anbieter von Messtechnik. Wir schaffen das Vertrauen, auf das sich wichtige Branchen verlassen, um zu bauen, zu navigieren und zu innovieren. Von Mikrometern bis zum Mars – unsere Lösungen gewährleisten Produktivität, Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit in allen Bereichen, von der Fertigung und dem Bauwesen bis hin zum Bergbau und autonomen Systemen.

Hexagon (Nasdaq Stockholm: HEXA B) hat rund 24.800 Beschäftigte in 50 Ländern und erzielt einen Nettoumsatz von rund 5,4 Mrd. EUR.

Weitere Informationen finden Sie auf hexagon.com.

FÜR WEITERE INFORMATIONEN WENDEN SIE SICH BITTE AN:  

Carla Gutierrez, Senior Director, Communications, media@hexagon.com

Harriet Funston, Senior Account Director, MikeWorldWide (MWW), hmasters@mww.com

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Starkes Jahr 2025 für Zalando: zweistelliges Wachstum, Kostenschnitte in der Logistik

13.03.2026


Zalando hat 2025 kräftig zugelegt und seine eigenen Ziele am oberen Ende der Spannen erreicht. Der Umsatz des im DAX notierten Online-Modehändlers stieg um 16,8 Prozent auf 12,35 Milliarden Euro und lag damit leicht über den Markterwartungen. Das Bruttowarenvolumen (GMV) kletterte um 14,7 Prozent auf 17,56 Milliarden Euro. Rückenwind bekam das Geschäft vor allem durch die Übernahme des Konkurrenten About You sowie den verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz in Vertrieb und Plattformsteuerung.

Operativ verbesserte sich Zalando ebenfalls: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich auf 591 Millionen Euro nach 511 Millionen Euro im Vorjahr, die Marge blieb mit 4,8 Prozent stabil und leicht über den Analystenprognosen. Unter dem Strich sank der Gewinn jedoch auf 213 Millionen Euro von zuvor 251 Millionen Euro und verfehlte damit die Erwartungen. Für das laufende Jahr stellt das Management ein weiteres Wachstum von 12 bis 17 Prozent bei GMV und Umsatz in Aussicht; das bereinigte EBIT soll auf 660 bis 740 Millionen Euro steigen. Die mittelfristigen Ziele bis 2028 – jährliche Zuwächse von 8 bis 13 Prozent bei Umsatz und GMV sowie eine EBIT-Marge von 6 bis 8 Prozent – wurden bestätigt, die angepeilten jährlichen Synergien aus der About-You-Übernahme von 100 Millionen Euro sollen bereits 2028 und damit ein Jahr früher erreicht sein.

An der Börse sorgte vor allem die Kapitalmarktpolitik für Auftrieb. Der Konzern kündigte ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 300 Millionen Euro an, das bis Ende Juli laufen soll. Die Aktie legte im Tagesverlauf zweistellig zu und notierte zeitweise rund elf Prozent höher bei 22,35 Euro. Damit reagierte der Markt positiv auf die Kombination aus besser als erwarteten operativen Kennzahlen, bestätigtem Wachstumskurs und der Ankündigung, überschüssiges Kapital an die Anteilseigner zurückzuführen – obwohl die Zalando-Papiere seit Jahresbeginn deutlich im Minus liegen und in den vergangenen zwölf Monaten rund ein Drittel an Wert verloren haben. Analysten hoben neben dem Rückkauf insbesondere die Rolle von KI und das Konzept des sogenannten Agentic Commerce als nächste Entwicklungsstufe des Onlinehandels hervor.

Überschattet werden die guten Zahlen von strukturellen Einschnitten im Logistiknetz. Im Zuge der Integration von About You will Zalando vier Logistikzentren in Europa schließen, darunter den Standort Erfurt mit rund 2.700 Beschäftigten. Co-Chef David Schröter sprach von einer der schwersten, zugleich aber notwendigen Entscheidungen, um die Kapazitäten an den künftigen Wachstumsbedarf anzupassen. Das Unternehmen verhandelt nach eigenen Angaben mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan, bietet Versetzungen an andere Standorte an und arbeitet mit der örtlichen Arbeitsagentur zusammen. Weitere Maßnahmen über die bereits angekündigten Schließungen hinaus soll es dem Management zufolge nicht geben; aus der Thüringer Landespolitik kommt dennoch Kritik an der Entscheidung.