Skoda erweitert Elektro-Portfolio: Peaq wird CO2-neutrale Alternative zum Kodiaq

13.04.2026


Skoda schärft sein Elektro-Profil in der oberen Mittelklasse und stellt seinem Verbrenner-SUV Kodiaq ein batterieelektrisches Schwestermodell zur Seite. Der neue Peaq, den die tschechische VW-Tochter für den kommenden Herbst angekündigt hat, soll als CO2-neutrale Alternative zum erfolgreichen Kodiaq dienen. Beim Einstiegspreis orientiert sich Skoda eng am konventionell angetriebenen Pendant: Im Unternehmen ist von rund 50.000 Euro die Rede und damit von einem klaren Vorstoß in Richtung höherpreisiges Flotten- und Familiensegment.

Mit dem Peaq rückt Skoda zugleich seine Raumkonzept-Kompetenz ins Schaufenster. Der E-SUV wächst im Vergleich zum Kodiaq um zwölf Zentimeter und misst 4,87 Meter in der Länge, der Radstand legt auf 2,97 Meter zu. Zusammen mit der im Fahrzeugboden platzierten Batterie wird der Peaq laut Hersteller zum geräumigsten Modell der Marke. Skoda positioniert ihn als großvolumiges Flaggschiff, das zugleich die Elektrostrategie des Konzerns im SUV-Kerngeschäft sichtbar machen soll.

In der Innenraumkonfiguration zielt der Peaq direkt auf Familien und Fahrdienste: Wie der Kodiaq lässt er sich mit einer dritten Sitzreihe ausstatten und wird so zum Siebensitzer. Nach Unternehmensangaben bietet damit kein anderes Elektro-SUV im VW-Konzern mehr Sitzplätze. Auch beim Gepäck soll der Stromer überzeugen: Das maximale Kofferraumvolumen liegt bei bis zu 935 Litern, während selbst bei voller Bestuhlung mit sieben Personen noch 299 Liter zur Verfügung stehen. Zusätzliche Praktikabilität schafft ein Frunk unter der vorderen Haube, in dem sich unter anderem Gepäckabdeckung und Ladekabel verstauen lassen.

Technisch greift Skoda beim Peaq auf den Modularen Elektrobaukasten (MEB) der Konzernmutter Volkswagen zurück. Kunden erhalten die Wahl zwischen drei Motorisierungen: 150 kW/204 PS und 210 kW/286 PS mit Heckantrieb sowie einer Allradvariante mit 220 kW/299 PS an der Spitze des Angebots. Die Energie liefern zwei Batteriegrößen mit 63 oder 91 kWh. Skoda stellt auf Basis der Normmessung Reichweiten von 460 bis über 600 Kilometern in Aussicht. Unter optimalen Bedingungen soll sich der Akku innerhalb von knapp 30 Minuten von zehn auf 80 Prozent laden lassen – ein weiteres Signal, dass der Peaq im Wettbewerbsumfeld großer Elektro-SUVs als vollwertige Alternative zum Verbrenner-Segment antreten soll.

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Reformkurs in der Pflegepolitik: Kostenargument überzeugt Mehrheit bislang nicht

04.05.2026


Eine große Mehrheit der Bundesbürger stellt sich laut einer neuen Erhebung gegen mögliche Einschnitte bei den Leistungen der Pflegeversicherung. 77 Prozent der erwachsenen Bevölkerung halten es für überhaupt oder eher nicht akzeptabel, den Zugang zu Pflegegraden zu erschweren. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag des Sozialverbands VdK hervor, die Mitte April unter mehr als 2.300 Menschen durchgeführt wurde.

Die Befragten reagierten insbesondere sensibel auf Vorschläge, die Einstufung in einen höheren Pflegegrad zu verschärfen: 72 Prozent lehnen dies ab. Auch Kürzungen bei den Leistungen im niedrigsten Pflegegrad stoßen auf deutliche Vorbehalte. 71 Prozent bewerten eine Reduzierung der Leistungen in Pflegegrad 1 als überhaupt oder eher nicht akzeptabel. Nach Einschätzung des VdK könnten hiervon etwa Zuschüsse für den Hausnotruf oder für Pflegehilfsmittel betroffen sein. 55 Prozent äußerten sich zudem ablehnend zu möglichen Zusammenfassungen und Deckelungen von Leistungen.

Die Diskussion über die künftige Finanzierung der Pflegeversicherung läuft vor dem Hintergrund spürbarer Haushaltszwänge. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe hatte bereits im Dezember Reformoptionen skizziert. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verwies damals auf begrenzte Mittel, die zielgerichteter eingesetzt werden müssten, und kündigte eine grundlegende Finanzreform der Pflegeversicherung bis Ende 2026 an. Die bestehenden Leistungen sollen dabei nach ihren Worten kritisch überprüft werden.

Im April stellte Warken Pläne für eine Pflegereform für Mitte Mai in Aussicht. Nach ihren Angaben klafft allein im kommenden Jahr eine Finanzierungslücke von sechs Milliarden Euro in der Pflegeversicherung. Die Ministerin betonte zugleich, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nicht allein lassen zu wollen. Parallel dazu hatte das Bundeskabinett erst kürzlich Gesetzesplänen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung zugestimmt, die für gesetzlich Versicherte höhere Zuzahlungen und Leistungseinschnitte vorsehen – ein Signal, dass der finanzielle Spielraum im Gesundheitswesen insgesamt enger wird.