Der Internationale Ski- und Snowboard-Verband (FIS) steht finanziell unter erheblichem Druck. Bei der Herbstsitzung des Councils in Genf legte die neue Führung um Präsident Alexander Ospelt erstmals umfassend offen, wie stark die Reserven des Weltverbands in den vergangenen Jahren abgeschmolzen sind. Demnach sank das Eigenkapital zwischen 2021 und 2025 um 47 Prozent – von 81 Millionen auf 43 Millionen Schweizer Franken. Trotz des Rückgangs betont die FIS, sie sei weiterhin schuldenfrei und zahlungsfähig. Die Zahlen zeigen jedoch ein strukturelles Millionendefizit und eine Entwicklung, die der Verband selbst als nicht nachhaltig einstuft.
Ospelt, der das Präsidentenamt im Juni vom Schweden Johan Eliasch übernommen hat, spricht von einer „kritischen Phase“, die „sofortiges und entschlossenes Handeln“ erfordere. Der FIS-Council habe alle notwendigen strukturellen und finanziellen Maßnahmen gebilligt, die nun gemeinsam mit den nationalen Skiverbänden und weiteren Partnern ausgearbeitet und umgesetzt werden sollen. Ziel sei es, die finanzielle Disziplin wiederherzustellen, die Nachhaltigkeit der Geldflüsse zu sichern und damit die langfristige Zukunft des Verbands zu garantieren.
Rückendeckung – aber auch deutlichen Druck – erhält die neue Spitze von einflussreichen nationalen Verbänden. ÖSV-Generalsekretär Jan Überall bezeichnete die aktuelle Lage als „durchaus besorgniserregend“ und führte dies auf Entscheidungen der früheren FIS-Führung zurück. Man weise seit 2024 auf die problematische Entwicklung hin, sagte der Tiroler. Vor allem der starke Rückgang des Eigenkapitals mache einen raschen Kurswechsel nötig. Positiv hob Überall hervor, dass die neue Führung Transparenz signalisiere und den Ernst der Situation erkannt habe.
Für Ospelt und den Council beginnt nun eine Phase der operativen Konsolidierung. Konkrete Maßnahmen wurden noch nicht im Detail veröffentlicht, der Rahmen ist jedoch abgesteckt: Es geht um einen strikteren Umgang mit Ausgaben, eine Anpassung der Strukturen und die engere Einbindung der nationalen Verbände in die finanzielle Steuerung. Die FIS will damit den eingeschlagenen Reformkurs nutzen, um nach Jahren rückläufiger Reserven wieder zu einem robusten Eigenkapitalpolster zurückzufinden – ohne die sportliche Kernaufgabe des Weltverbands zu gefährden.

Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern stellt die Weichen für die nächste Förderperiode – und verschiebt die Gewichte im deutschen Wissenschaftssystem. Zu den bundesweit fünf neuen Exzellenzstandorten gehören die Technische Universität Darmstadt, die Goethe-Universität Frankfurt und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz, die sich als Allianz der Rhein-Main-Universitäten (RMU) durchgesetzt haben. Ebenfalls erfolgreich waren in Nordrhein-Westfalen die Universität zu Köln sowie der Verbund Ruhr Innovation Lab aus TU Dortmund und Ruhr-Universität Bochum.
Für Hessen ist die Entscheidung ein Durchbruch: Erstmals tragen Universitäten des Landes ab 2027 den Titel „Exzellenzuniversität“. Die RMU-Allianz erhält nach Angaben des hessischen Wissenschaftsministeriums über sieben Jahre eine Förderung von insgesamt bis zu 155 Millionen Euro, finanziert zu 75 Prozent vom Bund. Wissenschaftsminister Timon Gremmels spricht von den ersten Exzellenzunis in Hessen und zugleich vom ersten länderübergreifenden Verbund in der Exzellenzstrategie. Ministerpräsident Boris Rhein bezeichnet den Titel als Meilenstein für die Forschungslandschaft des Landes. Ein mittelhessischer Verbund aus den Universitäten Gießen und Marburg blieb im Wettbewerb dagegen ohne Erfolg.
Auch Nordrhein-Westfalen stärkt seine Rolle als Hochburg der Spitzenforschung. Neben der Universität Köln, die den begehrten Status nach einer früheren Förderphase von 2012 bis 2019 zurückerhält, steigt der Verbund aus TU Dortmund und Ruhr-Uni Bochum als Ruhr Innovation Lab in den Kreis der Exzellenzuniversitäten auf. Nach Angaben des Düsseldorfer Wissenschaftsministeriums baut das Land damit seine Führungsposition aus. Die Universität Bonn und die RWTH Aachen hatten ihren Exzellenzstatus bereits im Frühjahr verteidigt, sodass NRW künftig mit vier Standorten vertreten ist. Ministerpräsident Hendrik Wüst wertet dies insbesondere als Signal für die internationale Sichtbarkeit des Ruhrgebiets als Wissenschafts- und Innovationsstandort.
In Bonn gaben Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und der niedersächsische Wissenschaftsminister Falko Mohrs als Vize-Vorsitzender der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) neben den Standorten in Hessen und NRW auch die Universitäten Freiburg und Jena als neue Exzellenzunis bekannt. Für Einzeluniversitäten sieht das Programm Fördermittel von bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr vor, bei Verbünden wie der Rhein-Main-Allianz oder dem Ruhr Innovation Lab können es bis zu 28 Millionen Euro sein. Damit wächst die Riege der Exzellenzuniversitäten, deren bisher neun Standorte – darunter Aachen, Bonn, Dresden, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe, München, Tübingen sowie die Berlin University Alliance – ihre Förderung bereits im Frühjahr um weitere sieben Jahre verlängert hatten. Der Titel ist jeweils an regelmäßige Überprüfungen der Fördervoraussetzungen geknüpft.