Darmspiegelung rettet Leben: Studie und Beispiele aus Mecklenburg-Vorpommern

23.03.2026


Darmkrebs zählt in Deutschland wie weltweit zu den tödlichsten Krebsarten – und gilt dennoch als eine der am besten vorbeugbaren. Jährlich sterben hierzulande nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) rund 23.000 Menschen an der Erkrankung, fast zehnmal so viele wie bei Verkehrsunfällen. In Mecklenburg-Vorpommern leben laut Schweriner Gesundheitsministerium derzeit etwa 7.550 Menschen mit einer Darmkrebsdiagnose, jedes Jahr kommen rund 1.200 Neuerkrankungen hinzu.

Gastroenterologen setzen deshalb verstärkt auf Früherkennung per Darmspiegelung. Am Helios Hanseklinikum Stralsund demonstrieren die Chefärzte den Ablauf inzwischen auch am eigenen Körper. German Horn, Chefarzt der Gastroenterologie, ließ kürzlich eine Vorsorgekoloskopie von seinem Kollegen Stefan Ziemer durchführen – und schildert den Eingriff als unspektakulär. Unter Sedierung habe er „nichts mitbekommen“ und lediglich von einer Reise nach Argentinien geträumt, sagt er im Anschluss.

Die Untersuchung selbst dauert in der Regel weniger als eine halbe Stunde. Über ein 1,40 Meter langes Endoskop führt der Arzt eine Kamera bis zum Übergang vom Dick- zum Dünndarm und zieht sie langsam zurück. Auf dem Bildschirm erscheinen ein rötlicher Tunnel, Blutgefäße, Verengungen und Ausbuchtungen. In diesem Stadium lassen sich nicht nur Tumoren, sondern vor allem mögliche Vorstufen erkennen und entfernen – noch bevor sie zu Krebs entarten. Bei Horn zeigt die Reise durch den Dickdarm keine Auffälligkeiten.

Seit April vergangenen Jahres haben Männer und Frauen ab 50 Jahren Anspruch auf eine von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlte Vorsorgekoloskopie; bei unauffälligem Befund kann nach zehn Jahren eine zweite folgen. Präventionsforscher Hermann Brenner vom DKFZ verweist auf neue Studiendaten, wonach die Teilnahme an diesem Programm hochwirksam gegen Darmkrebs ist. Vor diesem Hintergrund versuchen Kliniken wie das Stralsunder Hanseklinikum, Hemmschwellen abzubauen – nicht nur mit nüchternen Zahlen, sondern auch mit ungewöhnlichen Einblicken aus dem Endoskop und dem Signal, dass selbst Chefärzte die Kamera in den eigenen Darm schicken.

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VW-Nominierungsausschuss setzt auf Stabilität an der Aufsichtsratsspitze

23.03.2026


Volkswagen und die Porsche Automobil Holding SE setzen in ihren Kontrollgremien auf Kontinuität. Der Nominierungsausschuss des VW-Aufsichtsrats hat den amtierenden Vorsitzenden Hans Dieter Pötsch für eine weitere Amtszeit vorgeschlagen. Der Wahlvorschlag soll nach der kommenden Sitzung des Aufsichtsrats den Aktionären auf der Hauptversammlung am 18. Juni 2026 zur finalen Beschlussfassung vorgelegt werden, teilte Volkswagen mit. Pötsch steht seit Oktober 2015 an der Spitze des Kontrollgremiums des Wolfsburger Konzerns.

Pötsch begrüßte den Vorstoß des Nominierungsausschusses. Dem Wunsch, das Unternehmen weiterhin an der Spitze des Kontroll- und Beratungsgremiums durch „herausfordernde Zeiten“ zu führen, komme er „gerne nach“, heißt es in einer Mitteilung. Sein Ziel bleibe es, Volkswagen „wetterfest“ aufzustellen. Über die Personalie hatte zuvor das „Handelsblatt“ berichtet. Der Österreicher arbeitet seit 2003 für die VW-Gruppe, zunächst zwölf Jahre als Finanzvorstand, bevor er im Herbst 2015 den Vorsitz im Aufsichtsrat übernahm.

Parallel dazu stärkt auch die Porsche Automobil Holding SE den Einfluss von Pötsch. Der Aufsichtsrat der Holding, die unter anderem maßgebliche Anteile an Volkswagen hält, hat das Mandat des Vorstandsvorsitzenden um eine weitere Amtszeit verlängert. Die erneute Bestellung tritt zum 1. Januar 2027 in Kraft und gilt für fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2031, wie die Porsche SE mitteilte. Dem Vorstand der Holding gehören neben Pötsch Manfred Döss, zuständig für Recht und Compliance, sowie Johannes Lattwein, verantwortlich für Finanzen und IT, an.

Mit den Personalentscheidungen setzen sowohl Volkswagen als auch die Porsche SE auf Stabilität an ihren Spitzen in einer Phase, die der Konzernchefkontrolleur selbst als herausfordernd beschreibt. Für Volkswagen bleibt die endgültige Entscheidung über die nächste Amtszeit von Hans Dieter Pötsch nun bei den Aktionären, die im Juni 2026 auf der Hauptversammlung über den Vorschlag des Aufsichtsrats zu befinden haben.